16. April: Blinddarmentzündung



Ein Mann ging zum Arzt und klagte über Schmerzen in seinem Bauch. Nach einer Untersuchung diagnostizierte der Arzt die Beschwerden des Mannes als Blinddarmentzündung.

„Blinddarmentzündung!“, sagte der Mann. „Was ist das?“

„Blinddarmentzündung,“ erklärte der Doktor, „ist ein Zustand der Reizung oder Entzündung des Blinddarms.“

„Nun“, gestand der Mann, „bis jetzt wusste ich nicht einmal, dass ich einen Blinddarm hatte, der sich entzünden kann!“

In ähnlicher Weise sind sich viele bekennende Christen einer tiefsitzenden Problematik in ihrer geistlichen Praxis bewusst – einer Problematik, die sich in Symptomen wie Instabilität, Inkonsequenz, mangelnder Gewissheit und fehlendem Frieden äußert. Wenn solche Christen darüber informiert würden, dass die Grundursache ihrer Schwierigkeiten darin liegt, dass sie solche grundlegenden Lehren des Neuen Testaments wie das Verhältnis von Glaube und Werke oder von Gesetz und Gnade nicht verstehen, müssten diese Christen genau wie der Mann mit Blinddarmentzündung bekennen: „Nun, bis jetzt wussten wir nicht einmal, dass das Neue Testament über solche Dinge etwas zu sagen hat!“

Lassen Sie uns kurz die Schlussfolgerungen umreißen, die wir bisher zu diesen beiden zusammenhängenden Themen getroffen haben.

  1. Das gesamte Neue Testament lehrt nachdrücklich, dass die Erlösung allein durch den Glauben empfangen wird – den Glauben an das vollbrachte Sühnewerk Christi – ohne irgendwelche menschlichen Werke.
  2. Der Glaube, der die Errettung bringt, drückt sich danach immer in entsprechenden Werken aus – in entsprechenden Handlungen.
  3. Die Werke, durch die der Glaube zur Errettung zum Ausdruck kommt, sind nicht die Werke des Gesetzes. Die Gerechtigkeit, die Gott verlangt, kann nicht durch die Einhaltung des Gesetzes des Mose erreicht werden.

Diese Schlussfolgerungen bezüglich der Natur und des Zwecks des Gesetzes des Mose führen uns natürlich zu einer weiteren Frage: Wenn der rettende Glaube nicht durch die Befolgung des Gesetzes erreicht wird, was sind dann die Werke, durch die der rettende Glaube erreicht wird? Was sind die angemessenen Handlungen, die wir im Leben eines jeden Menschen, der sich zum erlösenden Glauben an Christus bekennt, erwarten sollten?

Die Antwort auf diese Frage sowie der Schlüssel zum Verständnis der Beziehung zwischen Gesetz und Gnade wird von Paulus im Römerbrief gegeben.

„Denn was dem Gesetz unmöglich war – weil es durch das Fleisch kraftlos war –, das tat Gott, indem er seinen Sohn sandte in der gleichen Gestalt wie das Fleisch der Sünde und um der Sünde willen und die Sünde im Fleisch verurteilte, damit die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit in uns erfüllt würde, die wir nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist.“ (Röm 8,3-4)

Der Schlüsselsatz hier ist „damit die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit in uns erfüllt würde“, wobei „uns“ die vom Geist geleiteten Christen bezeichnet. Es ist nicht das Gesetz selbst, das in den Christen erfüllt werden soll, sondern die gerechte Forderung des Gesetzes.

Was ist mit dieser Formulierung „damit die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit in uns erfüllt würde“ gemeint? Die Antwort wird am klarsten von Jesus selbst formuliert, was wir uns morgen ansehen werden.

GEBET

Vater, 

wie wunderbar ist es, in der Erkenntnis und im Glauben und Vertrauen auf Dein wunderbares lebendiges Wort zu leben. Du machst Deine Ziele mit mir sichtbar, so dass ich durch die Kraft Jesu ein Weg zum Leben in der sterbenden Welt sein kann. Hallelujah! Ich danke Dir! 

Amen!