In Matthäus 12,25-28 und in Lukas 11,17-20 spricht Jesus über zwei Reiche, die einander gegenüberstehen: das Reich Gottes (oder des Himmels) und das Reich des Satans. Bis zum Ende des gegenwärtigen Zeitalters werden diese beiden Reiche weiterhin nebeneinander bestehen. Das Reich Gottes umfasst alle geschaffenen Wesen, die sich Seiner gerechten Herrschaft unterwerfen; das Reich des Satans umfasst alle, die sich gegen Gottes Herrschaft auflehnen.
Im Epheserbrief zeigt Paulus zwei Ebenen des Reiches Satans auf. Er beschreibt eine Schar von bösen Engeln, die Satan in seiner ursprünglichen Rebellion gegen Gott gefolgt sind (siehe Eph 6,12). Paulus spricht auch von Menschen, die in Rebellion gegen Gott stehen. Er nennt sie „Söhne des Ungehorsams“ und weist darauf hin, dass sie von Satan als „Fürst der Macht des Himmels“ beherrscht werden (Eph 2,2).
Das von Jesus und Seinen Aposteln verkündete „Evangelium vom Reich“ ist eine Einladung Gottes an rebellische Menschen – aber niemals an rebellische Engel –, dem Reich Satans zu entfliehen und in Gottes Reich einzutreten. Alle, die diese Einladung annehmen wollen, müssen zwei Bedingungen erfüllen: Sie müssen ihre Rebellion bereuen und sich im Glauben Christus als dem von Gott eingesetzten Herrscher unterwerfen.
Diese beiden Gleichnisse – der Weizen und das Unkraut wie auch das Fischernetz – zeigen, dass einige von denen, die dem Anschein nach zu Gottes Reich gehören, diese beiden Bedingungen in Wirklichkeit nicht erfüllt haben. Sie haben äußerlich Reue und Unterwerfung vorgetäuscht, aber sie kamen nicht aus einem aufrichtigen Herzen. Folglich hat sie nicht die tiefe, innere Reformation des Charakters bewirkt, die allein dem Reich Gottes angemessen ist. Ein Hauptzweck beider Gleichnisse besteht darin, das besondere Gericht Gottes zu offenbaren, das am Ende des gegenwärtigen Zeitalters über diese Heuchler kommen wird.
Die Psalmen beziehen sich prophetisch auf diesen Prozess der Aussonderung der Heuchler und Falschgläubigen vor dem Gericht über die wahren Gläubigen.
„Nicht so die Gottlosen, sondern sie sind wie Spreu, die der Wind verweht. Darum werden die Gottlosen nicht bestehen im Gericht, noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.“ (Ps 1,4-5)
In dieser Prophezeiung werden die Gottlosen mit der Spreu verglichen, während die Gerechten – implizit – mit dem Weizen verglichen werden. Bevor der Weizen in die Scheune gebracht wird, wird erst die Spreu weggetrieben. Bevor die Gerechten in ihren ewigen Lohn eingehen, werden die Bösen zuerst aus ihrer Mitte ausgesondert und an einen Ort der Strafe verbannt.
Aus diesem Grund sagt der Psalmist weiter, dass die Gottlosen und Sünder niemals ihren Platz im Gericht der Gerechten (vor dem Richterstuhl Christi) einnehmen dürfen, noch werden sie jemals in die Gemeinde der wahren Gläubigen in der Ewigkeit aufgenommen.
Wir können diese Schlussfolgerung wie folgt formulieren: Nur wahre, aufrichtige Gläubige werden vor dem Richterstuhl Christi erscheinen. Zuvor werden durch das Eingreifen der Engel alle Heuchler und falschen Christen ausgesondert und an einen Ort feuriger Strafe geworfen.
GEBET
Himmlischer Vater,
bewahre mich, Herr, davor, jemals all dem untreu zu werden, was Du mich gelehrt hast. Was auch immer für Situationen und Ereignisse ich in meinem Leben erlebe, ich werde Dir voll und ganz verpflichtet bleiben. Benutze mich, um das Zeugnis von Dir und Deiner Liebe zu verbreiten.
Amen!