In den letzten beiden Tagen haben wir uns mit den Ähnlichkeiten zwischen den Talenten und den Pfunden beschäftigt. Heute sehen wir uns eine weitere Reihe von Parallelen an. In beiden Gleichnissen wird das Versäumnis, das jedem Knecht zugeteilte Talent oder das Pfund aktiv zu nutzen, mit dem sehr starken Wort „böse“ beschrieben. In beiden Fällen beginnt der Herr sein Urteil über den untreuen Knecht mit der Formulierung „du böser Knecht“.
Daraus lernen wir, dass nach Gottes Maßstäben Bösartigkeit nicht nur darin besteht, aktiv das Schlechte zu tun, sondern ebenso darin, das Gute zu unterlassen, obwohl es in unserer Macht steht.
„Wer nun Gutes zu tun weiß und es nicht tut, für den ist es Sünde.“ (Jak 4,17)
Mit anderen Worten: Die Sünden des Unterlassens sind nicht weniger schwerwiegend als die Sünden des Begehens.
Derselbe Gedanke findet sich in Maleachis prophetischer Offenbarung des Gerichtes Gottes.
„Dann werdet ihr wieder sehen, was für ein Unterschied besteht zwischen dem Gerechten und dem Gesetzlosen, zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient.“ (Mal 3,18)
Hier macht Gott eine klare und scharfe Unterscheidung zwischen den Gerechten und den Bösen. Die Gerechten werden als diejenigen definiert, die Gott dienen; die Bösen als diejenigen, die Gott nicht dienen. Die Lektion ist wieder einmal klar: Gott nicht zu dienen, ist an sich schon eine Ungerechtigkeit.
Es war diese Bosheit, die in jedem der beiden Gleichnisse, die wir untersucht haben, zur Verurteilung und Ablehnung des untreuen Knechtes führte. In keinem dieser Gleichnisse hat der verworfene Knecht etwas Böses getan; in jedem Fall war der Grund für seine Verwerfung lediglich, dass er es versäumt hatte, das Gute zu tun, zu dem er in der Lage war. In diesen beiden Gleichnissen deutet Christus an, dass dieses Prinzip des Urteils auf alle angewendet wird, die behaupten, Seine Nachfolger und Diener zu sein.
GEBET
Herr,
wir danken Dir für Deine Mahnung, immer aktiv das Gute zu verfolgen und das Böse entschlossen zu meiden. Danke, dass Du mir hilfst, durch diesen Lebensstil Deinem Sohn Jesus immer ähnlicher zu werden.
Amen!