Gestern haben wir uns das Gleichnis von den Talenten angesehen. Wenden wir uns nun dem Gleichnis von den Pfunden in Lukas 19 zu. (Ein Pfund war eine Geldmenge, die etwa drei Monatslöhnen entsprach.)
In diesem Gleichnis werden zehn Knechte erwähnt, aber nur die Fälle von drei von ihnen werden im Detail beschrieben. Ursprünglich erhielten alle zehn Diener den gleichen Betrag, den ihnen ihr Herr zugewiesen hatte: je ein Pfund.
Von den drei Dienern, deren Fälle beschrieben werden, verdiente der erste zehn Pfund dazu, der zweite fünf Pfund und der dritte versteckte sein Pfund lediglich und brachte es schließlich in demselben Zustand zurück, in dem er es erhalten hatte.
Es hat den Anschein, dass jeder dieser drei Diener die gleichen Fähigkeiten besaß, da jeder den gleichen Betrag erhielt, der ihm zugeteilt wurde. Sie waren jedoch nicht gleich treu. Der erste hat mit seinem Pfund doppelt so viel verdient wie der zweite. Aus diesem Grund war sein Lohn doppelt so groß.
„Da kam der erste und sprach: Herr, dein Pfund hat zehn Pfund dazugewonnen! Und er sprach zu ihm: Recht so, du guter Knecht! Weil du im Geringsten treu gewesen bist, sollst du Vollmacht über zehn Städte haben! Und der zweite kam und sprach: Herr, dein Pfund hat fünf Pfund erworben! Er aber sprach auch zu diesem: So sollst auch du über fünf Städte gesetzt sein!“ (Lk 19,16-19)
Wir stellen fest, dass der Lohn des ersten Dieners in zweierlei Hinsicht größer war als der des zweiten. Erstens wurde der erste Knecht von seinem Herrn ausdrücklich als guter Diener gelobt; der zweite Knecht erhielt kein solch besonderes Lob. Zweitens wurde dem ersten Knecht Vollmacht über zehn Städte gegeben; dem zweiten Knecht wurde nur Vollmacht über fünf Städte gegeben. Das heißt, ihre Belohnung stand im genauen Verhältnis zu dem Zuwachs, den jeder von ihnen erreicht hatte.
Eine weitere Schlussfolgerung, die wir aus diesem Gleichnis ziehen können, ist, dass die Belohnung für den treuen Dienst an Christus in diesem Zeitalter darin bestehen wird, dass man in der Verwaltung des Reiches Christi im nächsten Zeitalter Autorität und Verantwortung erhält. Mit anderen Worten: Treuer Dienst in diesem Zeitalter führt zu fortgesetzten und erweiterten Möglichkeiten des Dienstes im nächsten Zeitalter. Für diejenigen, die Christus wirklich lieben, kann es keine größere Freude und kein größeres Privileg geben, als ihrem Herrn weiterhin zu dienen. Für diejenigen, die treu sind, wird dieses Privileg, das hier in der Zeit begonnen hat, auf die Zeitalter der Ewigkeit ausgedehnt werden.
In diesem Gleichnis von den Pfunden, wie auch in dem von den Talenten, wurde der dritte Knecht verurteilt, weil er untreu war und die ihm anvertrauten Pfunde überhaupt nicht nutzte.
„Da sprach er zu ihm: Nach [dem Wort] deines Mundes will ich dich richten, du böser Knecht! Wusstest du, dass ich ein strenger Mann bin, dass ich nehme, was ich nicht eingelegt, und ernte, was ich nicht gesät habe? Warum hast du dann mein Geld nicht auf der Bank angelegt, sodass ich es bei meiner Ankunft mit Zinsen hätte einziehen können? Und zu den Umstehenden sprach er: Nehmt ihm das Pfund weg und gebt es dem, der die zehn Pfunde hat!“ (Lk 19,22-24)
In diesem Gleichnis, wie auch in dem von den Talenten, erhielt der untreue Knecht nicht nur keinen Lohn, sondern ihm wurde sogar das eine Pfund, das er ursprünglich erhalten hatte, weggenommen. Das endgültige Ende des Knechtes mit dem einen Pfund wird in diesem Gleichnis nicht offenbart. Es liegt jedoch der Schluss nahe, dass er, wie der untreue Knecht im Gleichnis von den Talenten, verstoßen und aus der Gegenwart seines Herrn verbannt wurde.
GEBET
Himmlischer Vater,
ich bete für Deine Kirche, die sich quer durch alle Konfessionen und Kirchen zieht, dass sie darin wächst, den Bau Deines Reiches ernst zu nehmen, und dass sie im Dienst wächst.
Amen!