10. Dezember: Beurteilung des christlichen Dienstes



In dieser Woche werden wir uns eingehender mit den Grundsätzen befassen, nach denen die Gläubigen für ihren Dienst belohnt werden. Diese werden von Christus in Form von zwei Gleichnissen dargelegt: dem Gleichnis von den Talenten (siehe Mt 25,14-30) und dem Gleichnis von den Pfunden (ein Pfund oder Mina war eine Geldmenge, die etwa drei Monatslöhnen entsprach) (siehe Lk 19,11-27).

Das zentrale Thema beider Gleichnisse ist das gleiche. In beiden geht es um einen reichen und einflussreichen Mann, der jedem seiner Diener eine bestimmte Summe zur Verwaltung anvertraut und dann eine Reise in ein fernes Land unternimmt. Nach geraumer Zeit kehrt der reiche Mann zurück und rechnet mit seinen Dienern einzeln darüber ab, wie jeder von ihnen mit dem ihm anvertrauten Geld umgegangen ist.

In beiden Gleichnissen werden drei Diener einzeln erwähnt: Die ersten beiden sind treu in der Verwaltung des Geldes ihres Herrn, der dritte ist untreu. So wurde auch das Geld im Gleichnis von den Talenten verteilt:

„Dem einen gab er fünf Talente, dem anderen zwei, dem dritten eins, jedem nach seiner Kraft.“ (Mt 25,15)

(Ein Talent war eine beträchtliche Geldmenge, vielleicht so viel wie fünfzehn Jahreslöhne).

Beachten Sie, dass dieser Vers das Prinzip offenbart, nach dem die Talente verteilt werden: „jedem nach seiner Kraft“. Das bedeutet, dass Gott jedem Gläubigen die maximale Anzahl von Talenten zuteilt, die er aufgrund seiner eigenen Fähigkeiten effektiv einsetzen kann. Gott gibt keinem Gläubigen mehr oder weniger, als er wirksam einsetzen kann.

Dies wird durch die Tatsache belegt, dass die Worte des Lobes, die in Matthäus 25,21 und 23 zu den beiden Dienern gesprochen werden, in beiden Versen genau gleich lauten.

„Da sagte sein Herr zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht! Du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über vieles setzen; geh ein zur Freude deines Herrn!“

Jeder von ihnen hatte ursprünglich die maximale Anzahl von Talenten erhalten, die er aufgrund seiner Fähigkeiten effektiv einsetzen konnte; jeder von ihnen hatte den maximal möglichen Gewinn erzielt – 100 Prozent. Ihr Urteil beruht auf ihrer Treue, die sich in der erzielten prozentualen Steigerung ausdrückt. Die Tatsache, dass der eine ursprünglich fünf Talente erhielt und der andere zwei, ist nicht die Grundlage für die Beurteilung ihrer Treue.

In diesem Gleichnis von den Talenten versteckte der dritte Knecht lediglich das eine Talent, das er erhalten hatte, und brachte es später seinem Herrn in genau demselben Zustand zurück, in dem er es erhalten hatte. Dafür wurde er nicht nur um jeglichen Lohn gebracht, sondern auch ganz und gar verstoßen und aus der Gegenwart seines Herrn verbannt.

Wir finden dies in Matthäus 25,26-30: 

„Du böser und fauler Knecht! ... nehmt ihm das Talent weg ... Und den unnützen Knecht werft hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird das Heulen und Zähneknirschen sein.“ 

An der Bedeutung dieser Worte kann es keinen Zweifel geben. Dieser dritte Knecht erhielt nicht nur keinen Lohn, sondern wurde sogar des einen Talents beraubt, das er ursprünglich erhalten hatte, und er selbst wurde aus der Gegenwart seines Herrn ausgestoßen.

GEBET

Herr, 

in Anbetracht dieses Gleichnisses möchte ich Dir sagen, dass ich Dir nach bestem Wissen und Gewissen dienen möchte. Bitte nimm mein Leben und benutze es, um Dir von ganzem Herzen zu dienen und zum Aufbau Deines Reiches beizutragen. 

Amen!