Gestern haben wir in 1. Johannes 1,9 gelesen, dass Gott uns von aller Schuld reinigt, wenn wir unsere Sünden bekennen. In 1. Johannes 2,1-2 lesen wir wieder:
„Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt! Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten; und er ist das Sühnopfer für unsere Sünden, aber nicht nur für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.“ (1 Joh 2,1-2)
Diese Abschnitte lehren, dass, wenn ein Gläubiger in Christus sündigt und danach Buße tut und seine Sünde bekennt, die Aufzeichnung seiner Sünde gelöscht wird und er selbst von aller Ungerechtigkeit gereinigt wird.
Deshalb braucht der wahre Gläubige in Christus die endgültige Verurteilung nicht zu fürchten. Die Tatsache, dass Gott sowohl den Sünder selbst reinigt als auch die Aufzeichnungen über seine Sünden auslöscht, bedeutet, dass es keine Aufzeichnungen über die Sünde mehr gibt, auf die sich ein gerechtes Urteil über die Verurteilung stützen könnte.
Wenn es also für den wahren Gläubigen keine Möglichkeit der endgültigen Verurteilung gibt, zu welchem Zweck werden dann die Christen gerichtet?
Die Antwort ist, dass das Gericht über die Christen dazu dienen wird, ihre Belohnung zu beurteilen. Der wahre Gläubige wird nicht nach seiner Gerechtigkeit, sondern nach seinem Dienst für Christus beurteilt.
Der Grund, warum der Gläubige nicht nach seiner Gerechtigkeit beurteilt wird, ist einfach und logisch: Die Gerechtigkeit des wahren Gläubigen ist nicht mehr seine eigene, sondern die Gerechtigkeit Christi selbst, die ihm von Gott aufgrund seines Glaubens zugerechnet wird.
„Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht worden ist zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung.“ (1 Kor 1,30)
Kein anderer als Christus selbst ist unsere Gerechtigkeit vor Gott geworden.
„Denn er [Gott] hat den [Jesus], der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm [zur] Gerechtigkeit Gottes würden.“ (2 Kor 5,21)
Durch diesen Tausch sind wir die Gerechtigkeit Gottes in Christus geworden. Wenn der Gläubige auf dieser Grundlage das Heil empfängt, wäre es natürlich völlig unlogisch, wenn Gott Seine eigene Gerechtigkeit, die Er dem Gläubigen verliehen hat, beurteilen oder gar in Frage stellen würde.
Daraus schließen wir, dass sich das Gericht über die Christen nicht mit ihrer Gerechtigkeit, sondern mit ihrem Dienst für Christus befassen wird. Der Zweck des Gerichts wird nicht darin bestehen, über Freispruch oder Verurteilung zu entscheiden, sondern vielmehr darin, den Lohn zu bemessen, der jedem Gläubigen für seinen Dienst für Christus auf Erden zusteht.
GEBET
Herr Jesus,
wenn ich diese Wahrheiten lese, wird mir einmal mehr bewusst, wie groß und überwältigend der Reichtum Deiner Gnade ist. Danke, Herr, dass ich in dem Herrn Jesus vor dem Gericht meiner Sünde gerettet bin und dass ich frei leben kann, um Deinen Namen hier auf Erden zu ehren.
Amen!