4. Dezember: Jeder einzelne von uns wird persönlich gerichtet werden



Das Szenario, in dem sich dieses Gericht über die Christen vollziehen wird, wird von Paulus zweimal in sehr ähnlicher Form in zwei verschiedenen Abschnitten seiner Briefe erwähnt.

„Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder du, was verachtest du deinen Bruder? Wir werden ja alle vor dem Richterstuhl des Christus erscheinen.“ (Röm 14,10)

„So wird also jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft geben.“ (Röm 14,12)

In diesen beiden Versen machen die Formulierung „deinen Bruder“, die zweimal vorkommt, und die Formulierung „jeder von uns“ deutlich, dass Paulus nur über das Urteil der Christen spricht. Der Gedanke des Paulus ist, dass wir als Christen nicht versuchen sollten, ein endgültiges Urteil übereinander zu fällen, denn Christus selbst wird dies über jeden einzelnen tun, und jeder von uns wird sich vor Christus verantworten müssen.

Wie immer, wenn es um das ewige Gericht geht, wird es eine ganz individuelle Angelegenheit sein. Dies wird durch die nachdrückliche Formulierung betont, die Paulus verwendet: „jeder von uns“. Paulus verwendet eine sehr ähnliche Sprache, um dieses Gericht über die Christen in anderen Abschnitten zu beschreiben.

„Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl des Christus offenbar werden, damit jeder das empfängt, was er durch den Leib gewirkt hat, es sei gut oder böse.“ (2 Kor 5,10)

Wiederum machen sowohl die Sprache als auch der Kontext deutlich, dass Paulus nur von Christen spricht. Auch hier liegt die Betonung auf dem Einzelnen – „jeder Einzelne“.

Paulus sagt auch, dass die Dinge, die zu dieser Zeit vor Gericht gebracht werden, „die Dinge, die im Leib getan wurden“ sein werden – die Taten und das Verhalten eines jeden Christen während seines Lebens hier auf der Erde.

Paulus weist auch darauf hin, dass jede Handlung, die ein Christ hier auf der Erde vollbringt, in eine von zwei Kategorien fallen muss – entweder „gut“ oder „böse“. Es gibt keine dritte Kategorie, keine Neutralität. Jede Handlung eines Christen hat einen bestimmten Wert – entweder positiv oder negativ. Jede Handlung, die nicht im Glauben und Gehorsam zur Ehre Gottes vollzogen wird, ist für Gott unannehmbar und daher schlecht. Auf dieser einfachen, klar dargelegten Grundlage muss jeder von uns als Christ damit rechnen, gerichtet zu werden.

GEBET

Vater, 

bitte erlaube mir, im biblischen Sinne und mit den Worten des Paulus, mein Rennen zu beenden, damit ich gewinne, denn meine Sehnsucht nach dem Herrn ist, dass ich Dich ehre und Deinen Namen verherrliche in allem, was ich tue! Danke, dass Du mir die Kraft und die Ausdauer dazu gibst. 

Amen!