1. Dezember: Israel als Beispiel für die Welt



In größerem Umfang ist der Bericht über Gottes Volk Israel von der Zeit Moses bis zum heutigen Tag reich an Beispielen für Gottes Urteile in der Geschichte. Als Gott Israel zum ersten Mal das Gesetz gab, noch bevor sie das verheißene Land betraten, warnte Gott sie durch Mose vor den Gerichten, die Er über sie bringen würde, wenn sie sich danach in Ungehorsam und Rebellion von Ihm abwenden sollten.

Eine solche prophetische Warnung an Israel findet sich in 3. Mose 26,14-45. Gott warnt Israel zunächst vor verschiedenen Gerichten wegen Ungehorsams, die Er über sie verhängen wird, während sie noch in ihrem eigenen Land sind. Dann warnt Er sie, dass fortgesetzter Ungehorsam noch schwerere Folgen nach sich ziehen wird, durch die sie als Verbannte aus ihrem Land in alle Welt zerstreut werden.

„Wenn ihr euch aber auch dadurch noch nicht zum Gehorsam gegen mich bringen lasst, sondern euch mir widersetzt, so will ich mich auch euch im Grimm widersetzen, ja, ich werde euch siebenfach strafen um eurer Sünden willen, und ihr werdet das Fleisch eurer Söhne und das Fleisch eurer Töchter verzehren. Und ich will eure Höhen vertilgen und eure Sonnensäulen abhauen und eure Leichname auf die Leichname eurer Götzen werfen, und meine Seele wird euch verabscheuen. Und ich will eure Städte zu Ruinen machen und eure heiligen Stätten verwüsten und euren lieblichen Geruch nicht mehr riechen. Und ich will das Land verwüsten, sodass eure Feinde, die darin wohnen werden, sich davor entsetzen sollen. Euch aber will ich unter die Heidenvölker zerstreuen und das Schwert hinter euch her ziehen, sodass euer Land zur Wüste wird und eure Städte zu Ruinen.“ (3 Mose 26,27-33)

Durch die Eroberung des Landes Israel durch die römischen Armeen unter Titus im Jahr 70 n. Chr. und durch nachfolgende Eroberungen wurde jedes Detail dieser Prophezeiung durch die Erfahrung Israels genau erfüllt. Bei der Belagerung Jerusalems durch Titus wurden die Juden dort so sehr ausgehungert, dass sie buchstäblich das Fleisch ihrer Söhne und Töchter aßen. Danach wurden alle ihre Heiligtümer und religiösen Zentren zerstört. Ein großer Teil des Volkes wurde massakriert, andere wurden in die Sklaverei verkauft und als Verbannte in alle Welt verstreut. Heiden aus den umliegenden Ländern zogen ein und nahmen das so verwüstete Land in Besitz. 

In den Versen 36-37 warnt Gott Israel vor seinem erbärmlichen Zustand während der folgenden Jahrhunderte der Zerstreuung unter die Heiden: 

„Und den Übriggebliebenen von euch will ich das Herz verzagt machen in den Ländern ihrer Feinde...und ihr werdet vor euren Feinden nicht standhalten können.“ (3 Mose 26,36-37)

Bevor die Prophezeiung abgeschlossen wird, gibt Gott jedoch auch die Verheißung, dass Seine Barmherzigkeit Israel niemals vollständig oder endgültig entzogen werden wird.

„Jedoch, auch wenn sie im Land der Feinde sein werden, so will ich sie nicht so verwerfen und sie nicht so verabscheuen, dass ich ein Ende mit ihnen mache oder meinen Bund mit ihnen breche; denn ich, der HERR, bin ihr Gott.“ (3 Mose 26,44)

So sicher wie sich Gottes Warnungen vor dem Gericht erfüllt haben, so sicher hat sich auch Seine Verheißung der Barmherzigkeit erfüllt, sogar mitten im Gericht.

So gesehen wird die ganze Geschichte Israels im Licht der prophetischen Schrift zu einer weltweiten Demonstration sowohl des Gerichts als auch der Barmherzigkeit Gottes; denn selbst inmitten des Gerichts hat Gott immer noch Freude daran, Barmherzigkeit zu üben.

GEBET

Himmlischer Herr, 

wie großartig ist es, dass alles, was Du über Dein erstes Bündnisvolk Israel gesagt hast, tatsächlich mit großer Genauigkeit eingetroffen ist. Ich lege Fürbitte für sie ein, Herr. Bitte öffne ihnen in diesen letzten Tagen – der Endzeit der Menschheitsgeschichte – die Augen für Jeschua, der auch ihr Retter ist! 

Amen!