Gestern schloss ich mit der Ermutigung, tatsächlich nach dem zu handeln, was Gottes Wort uns über uns selbst zeigt. Gerade an diesem Punkt versäumen es viele Menschen, den Spiegel Gottes richtig zu nutzen – zu ihrem eigenen geistlichen und ewigen Verlust. Durch das Hören oder Lesen des Wortes Gottes und das Wirken des Geistes Gottes werden sie überführt und erkennen, dass die Dinge in ihrem Herzen und Leben unrein, schädlich und Gott ungefällig sind. Wenn sie so in den Spiegel des Wortes Gottes schauen, sehen sie ihren eigenen geistlichen Zustand so, wie Gott ihn sieht.
Ihre unmittelbare Reaktion ist die von Trauer und Reue. Sie erkennen ihre Not und ihre Gefahr. Vielleicht gehen sie sogar in irgendeiner Kirche zum Altar vor, beten und vergießen Tränen. Aber ihre Reaktion geht nicht weiter als das. Es gibt keine wirklich effektive Veränderung in ihrer Lebensweise. Am nächsten Tag hat der Eindruck allmählich nachgelassen. Sie beginnen, sich in ihre alten Gewohnheiten zurückzuziehen.
Sehr bald vergisst ein solcher Mensch, was für ein Mensch er war. Er erinnert sich nicht mehr an die unangenehmen Wahrheiten, die ihm Gottes Spiegel so klar und getreu gezeigt hat. Unbewegt und selbstgefällig setzt er seinen Weg fort, der ihn immer weiter von Gott entfernt.
Der Spiegel des Wortes Gottes kann jedoch nicht nur das Unangenehme, sondern auch das Angenehme offenbaren. Er kann nicht nur offenbaren, was wir in unserem eigenen gefallenen Zustand ohne Christus sind, sondern auch, was wir durch den Glauben an Christus sein können. Er kann nicht nur die schmutzigen Lumpen unserer eigenen Gerechtigkeit enthüllen, sondern auch das makellose Gewand der Erlösung und das leuchtende Gewand der Gerechtigkeit, das wir durch den Glauben an Christus empfangen können. Er kann nicht nur das Verderben und die Unvollkommenheiten des „alten Menschen“ ohne Christus offenbaren, sondern auch die Heiligkeit und die Vollkommenheit des „neuen Menschen“ in Christus.
Wenn Gottes Spiegel uns zum ersten Mal die Wahrheit unserer eigenen Sünde und Unreinheit offenbart und wir sofort auf diese Offenbarung hin handeln – wenn wir Buße tun (umkehren), wenn wir glauben und dem Evangelium gehorsam sind –, dann sehen wir beim nächsten Mal, wenn wir in den Spiegel schauen, unsere alte sündige Natur nicht mehr. Stattdessen sehen wir uns so, wie Gott uns jetzt in Christus sieht: vergeben, gereinigt, gerechtfertigt, eine neue Schöpfung. Uns wird zu verstehen gegeben, dass ein Wunder geschehen ist. Der treue Spiegel enthüllt nicht mehr unsere Sünden oder unser Versagen, sondern wir sehen uns so, wie Gott uns jetzt in Christus sieht. Vielmehr offenbart er uns:
„Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu geworden! Das alles aber [kommt] von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Jesus Christus und uns den Dienst der Versöhnung gegeben hat.“ (2 Kor 5,17-18)
Nicht nur das Alte ist vergangen und alles ist neu geworden, sondern alles ist von Gott. Mit anderen Worten: Gott selbst übernimmt die Verantwortung für jedes Merkmal und jeden Aspekt der neuen Schöpfung in Christus, wie sie sich hier in Seinem eigenen Spiegel offenbart. Es ist überhaupt nichts von den Wegen oder Handlungen des Menschen darin enthalten. Das Ganze ist von Gott selbst.
Etwas weiter unten im selben Kapitel sagt Paulus noch einmal:
„Denn er hat den [Christus], der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm [zur] Gerechtigkeit Gottes würden.“ (2 Kor 5,21)
Beachten Sie die Vollständigkeit des Tausches: Christus wurde durch unsere Sündhaftigkeit zur Sünde gemacht, damit wir wiederum durch Gottes Gerechtigkeit gerecht gemacht werden können. Was ist Gottes Gerechtigkeit? Es ist eine Gerechtigkeit ohne Flecken und Makel; eine Gerechtigkeit, die niemals Sünde gekannt hat. Das ist die Gerechtigkeit, die uns in Christus zugeschrieben wird. Wir müssen diese Wahrheit lange und ernsthaft im Spiegel Gottes betrachten, bis wir uns darin so sehen, wie Gott uns sieht.
GEBET
Himmlischer Vater, lieber Herr Jesus Christus,
danke Dir, Heiliger Geist, für Dein ständig reinigendes, heiligmachendes Wirken in meinem Leben. Wie dankbar bin ich Dir, dass die alten Dinge – auch mein altes Ich – vorbei sind. Von heute an lebe ich in Ewigkeit für Dich, der Du mich durch Dein stellvertretendes Opfer heilig und rein gemacht hast. Ich preise Dich für Deine Größe!
Amen!