Gestern haben wir über die ersten vier von sechs Schritten gesprochen, um die Fülle des Heiligen Geistes zu empfangen: Buße, Taufe, Dürsten und Bitten. Wir werden nun mit den letzten beiden fortfahren.
Trinken
Nach dem Bitten ist der nächste Schritt das Empfangen. Jesus nennt das Trinken, denn Er sagt, „Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke!“ (Joh 7,37)
„Trinken“ steht für einen aktiven Prozess des Empfangens. Die Füllung mit dem Heiligen Geist kann nicht durch eine negative oder passive Haltung empfangen werden. Niemand kann trinken, es sei denn aus eigenem, aktivem Willen, und niemand kann mit geschlossenem Mund trinken. Wie es im Natürlichen ist, so ist es auch im Geistlichen. Der Herr sagt: „Tue deinen Mund weit auf, so will ich ihn füllen!“ (Ps 81,11)
Gott kann einen geschlossenen Mund nicht füllen. So einfach es auch scheinen mag, es gibt Menschen, die die Fülle des Geistes nicht empfangen, einfach weil sie buchstäblich ihren Mund nicht öffnen.
Hingeben
Nach dem Trinken ist der sechste und letzte Schritt zum Empfang des Heiligen Geistes das Hingeben. Paulus spricht zu den Christen von einer zweifachen Hingabe an Gott.
„Sondern gebt euch selbst Gott hin als solche, die lebendig geworden sind aus den Toten, und eure Glieder Gott als Werkzeuge der Gerechtigkeit!“ (Röm 6,13)
Zwei aufeinanderfolgende Phasen werden uns als Christen hier vorgestellt. Die erste Hingabe ist die von uns selbst – die Hingabe des Willens und der Persönlichkeit. Doch das ist nicht alles. Es gibt einen weiteren Grad der Hingabe unserer physischen Glieder.
Die Hingabe unserer physischen Glieder erfordert ein viel größeres Maß an Vertrauen in Gott. Indem wir uns selbst – unseren Willen – ablegen, geben wir uns dem Gehorsam des offenbarten Willens Gottes hin, aber wir behalten immer noch den Einsatz unseres eigenen Verstandes. Wir sind bereit zu tun, was Gott von uns verlangt, vorausgesetzt, dass wir zuerst verstehen, was verlangt wird. Indem wir jedoch unsere physischen Glieder hingeben, gehen wir darüber hinaus. Wir versuchen nicht einmal mehr, intellektuell zu verstehen, was Gott von uns verlangt. Wir geben lediglich die uneingeschränkte Kontrolle über unsere physischen Glieder ab und erlauben Gott, sie nach Seinem Willen und Seiner Absicht zu gebrauchen, ohne zu verlangen zu verstehen, was Gott tut oder warum Er es tut.
Erst wenn wir diese zweite Hingabe vornehmen, kommen wir an den Ort der totalen, bedingungslosen Hingabe. Und genau an diesem Punkt kommt der Heilige Geist in Seiner Fülle und übernimmt die Kontrolle über unsere Glieder. Das besondere Glied, über das Er die volle Kontrolle übernimmt, ist das widerspenstige Glied, das kein Mensch zähmen kann – die Zunge. So markiert die Übergabe unserer Zunge an den Geist den Höhepunkt der Nachgiebigkeit, der Hingabe, des vollständigen Gehorsams. Auf diese Weise empfangen wir die Gabe des Heiligen Geistes.
GEBET
Herr Jesus,
diese vollständige, totale Hingabe an das Wirken Deines Heiligen Geistes ist das, was ich will und suche. Danke, dass die Taufe in Deinem Geist diese völlige Hingabe an Dich in mir bewirkt, so dass mein Leben einem Lied gleicht, das Deinen Namen in jeder Hinsicht verherrlicht.
Amen.