18. Juni: Durch Gnade



Was sind die Bedingungen, die im Leben eines Menschen erfüllt sein müssen, der die Gabe des Heiligen Geistes empfangen möchte? Wenn wir die Lehre der Schrift zu diesem Thema betrachten, werden wir feststellen, dass es ein Grundprinzip gibt, das für jeden Segen gilt, der durch die Gnade Gottes für jeden Menschen zur Verfügung gestellt wurde.

„Wenn aber aus Gnade, so ist es nicht mehr um der Werke willen; sonst ist die Gnade nicht mehr Gnade.“ (Röm 11,6)

In diesem Abschnitt, wie auch an anderen Stellen in seinen Briefen, stellt Paulus die Ausdrücke „Gnade“ und „Werke“ einander gegenüber. Mit Gnade meint Paulus die freie, unverdiente Gunst und den Segen Gottes, der dem Unverdienten zuteilwird. Mit Werken meint Paulus alles, was ein Mensch aus eigenem Vermögen tun kann, um sich den Segen und die Gunst Gottes zu verdienen.

Paulus erklärt, dass diese beiden Arten, von Gott zu empfangen, sich gegenseitig ausschließen; sie können niemals kombiniert werden. Was immer ein Mensch von Gott durch Gnade empfängt, ist nicht aus Werken; was immer ein Mensch von Gott durch Werke empfängt, ist nicht aus Gnade. Wo immer die Gnade wirkt, haben die Werke keinen Nutzen; wo immer die Werke wirken, hat die Gnade keinen Nutzen. Das führt zu einem weiteren Gegensatz zwischen Gnade und Gesetz:

„Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.“ (Joh 1,17)

Unter dem Gesetz des Mose versuchten die Menschen, sich den Segen Gottes dadurch zu verdienen, was sie selbst taten. Durch Jesus Christus wird nun allen Menschen der freie, unverdiente Segen und die Gunst Gottes angeboten, auf der Grundlage dessen, was Christus für den Menschen getan hat. Dies ist Gnade. Alles, was wir auf diese Weise von Gott durch Jesus Christus erhalten, ist aus Gnade; das Mittel, durch das wir diese Gnade erhalten, ist nicht durch Werke, sondern durch den Glauben.

„Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch – Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.“ (Eph 2,8-9)

Das von Paulus in diesem Abschnitt festgelegte Grundprinzip lässt sich in drei aufeinanderfolgenden Ausdrücken zusammenfassen: aus Gnade – durch Glauben – nicht aus Werken. Es gilt für den Empfang jedes Segens und jeder Verheißung, die dem Menschen durch die Gnade Gottes zur Verfügung gestellt wurde. Speziell wendet Paulus das Prinzip auf den Empfang der Gabe des Heiligen Geistes an.

„Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes … damit wir durch den Glauben den Geist empfingen, der verheißen worden war.“ (Gal 3,13-14)

Paulus stellt zwei wichtige und zusammenhängende Tatsachen heraus: 1) Die Gabe des Heiligen Geistes wird dem Menschen durch das Erlösungswerk Christi am Kreuz zur Verfügung gestellt; sie ist Teil der gesamten Versorgung des Menschen durch die Gnade Gottes durch Jesus Christus. 2) Diese Gabe wird, wie jede andere Gabe der Gnade Gottes, durch den Glauben empfangen, nicht durch Werke.

GEBET

Danke, himmlischer Vater,

für das Geschenk des Heiligen Geistes, das mir durch die unendliche Kraft, die Jesus durch Sein Opfer am Kreuz gewirkt hat, zur Verfügung steht. Ich nehme dieses Geschenk von Dir im Glauben an, indem ich mich nicht auf das verlasse, was ich tun kann, sondern nur auf Deine Gnade!

Amen.