Diese charakteristischen Merkmale der Gabe liefern zwei Gründe, warum sie nicht gegeben werden konnte, solange Christus in physischer Gegenwart auf Erden blieb.
Erstens: Solange Christus auf der Erde anwesend war, war Er der persönliche, autoritative Vertreter der Gottheit. Es gab keine Notwendigkeit und keinen Platz für den Heiligen Geist, zur gleichen Zeit auch persönlich auf der Erde anwesend zu sein. Aber nach der Himmelfahrt Christi war der Weg frei für den Heiligen Geist, Seinerseits als Person auf die Erde zu kommen. Er ist es nun, der Heilige Geist, der in dieser gegenwärtigen Dispensation der persönliche Vertreter der Gottheit hier auf Erden ist.
Zweitens konnte die Gabe des Heiligen Geistes erst nach der Himmelfahrt Christi gegeben werden, weil der Anspruch eines jeden Gläubigen, sie zu empfangen, in keiner Weise auf seinen eigenen Verdiensten beruht, sondern schlicht und einfach auf den Verdiensten von Christi Opfertod und Auferstehung. Niemand konnte also die Gabe empfangen, bevor das Sühnewerk Christi vollendet war.
Paulus verknüpft die Verheißung des Geistes direkt mit dem Sühnewerk Christi.
„Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch wurde um unsertwillen (denn es steht geschrieben: »Verflucht ist jeder, der am Holz hängt«), damit der Segen Abrahams zu den Heiden komme in Christus Jesus, damit wir durch den Glauben den Geist empfingen, der verheißen worden war.“ (Gal 3,13-14)
Paulus stellt hier zwei Fakten von großer Bedeutung bezüglich der Gabe des Heiligen Geistes an den christlichen Gläubigen fest.
Erstens ist es nur durch das erlösende Werk Christi am Kreuz, dass der Gläubige nun die Verheißung des Geistes empfangen kann. In der Tat war dies ein Hauptzweck, für den Christus am Kreuz gelitten hat. Er starb und vergoss Sein Blut, um dadurch ein doppeltes Recht zu erwerben: Sein eigenes Recht, diese kostbare Gabe des Heiligen Geistes zu verleihen, und das Recht des Gläubigen, sie zu empfangen.
Der Empfang der Gabe hängt also in keiner Weise von den eigenen Verdiensten des Gläubigen ab, sondern allein von der vollkommenen Genügsamkeit des Sühnopfers Christi. Es geschieht durch den Glauben, nicht durch Werke.
Zweitens bemerken wir, dass Paulus die Formulierung „die Verheißung des Geistes“ verwendet, denn er sagt, „dass wir die Verheißung des Geistes durch den Glauben empfangen.“ Das stimmt mit dem letzten Befehl Jesu an Seine Jünger kurz vor Seiner Himmelfahrt überein.
„Und siehe, ich sende auf euch die Verheißung meines Vaters; ihr aber bleibt in der Stadt Jerusalem, bis ihr angetan werdet mit Kraft aus der Höhe!“ (Lk 24,49)
Jesus spricht hier zu Seinen Jüngern über die Taufe im Heiligen Geist, die sie am Pfingsttag in Jerusalem empfangen sollten. Er benutzt zwei Ausdrücke, um diese Erfahrung zu beschreiben. Er nennt es eine Ausgießung „mit Kraft aus der Höhe“ und auch „die Verheißung meines Vaters“.
Dieser zweite Ausdruck, „die Verheißung meines Vaters“, gibt uns einen wunderbaren Einblick in die Gedanken und Absichten Gottes, des Vaters, bezüglich der Gabe des Heiligen Geistes. Jemand hat vorsichtig geschätzt, dass die Bibel siebentausend verschiedene Verheißungen enthält, die Gott Seinem gläubigen Volk gegeben hat. Aber unter all diesen siebentausend Verheißungen hebt Jesus eine von allen anderen hervor, die in einem einzigartigen Sinn die besondere Verheißung des Vaters für jedes Seiner gläubigen Kinder ist. Was ist diese einzigartige und besondere Verheißung? Es ist das, was Paulus die „Verheißung des Geistes“ nennt.
GEBET
Vater,
was für eine besondere Sache, sich daran zu erinnern, dass das Empfangen Deines Heiligen Geistes eine so ganz besondere, verheißene Sache von Dir war. Wirke tief in mir, Herr, und bringe den besonderen Charakter Deines Heiligen Geistes, der ständig in meinem Leben wirkt, in mir hervor, damit ich Dir immer ähnlicher werde.
Amen.