Die Erfahrung der Apostel gilt als ein Beispiel für alle, die in die Wiedergeburt eintreten. Sie umfasst zwei wesentliche Elemente: eine direkte, persönliche Offenbarung des auferstandenen Christus und den Empfang des Heiligen Geistes als göttliches, ewiges Leben. Das stimmt mit den Worten des Paulus überein: „der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen“, d.h. die Gerechtigkeit, die allen zugeschrieben wird, die an Christi Tod und Auferstehung glauben (Röm 8,10).
Doch selbst nach dieser wunderbaren Begegnung machte Jesus den Aposteln klar, dass ihre Erfahrung mit dem Heiligen Geist noch unvollständig war. In Seinen letzten Worten an sie vor Seiner Himmelfahrt befahl Er ihnen, nicht sofort hinauszugehen und zu predigen, sondern nach Jerusalem zurückzukehren und dort zu warten, bis sie mit dem Heiligen Geist getauft und somit Kraft von Oben für ein wirksames Zeugnis und einen wirksamen Dienst ausgestattet worden waren.
„Und siehe, ich sende auf euch die Verheißung meines Vaters; ihr aber bleibt in der Stadt Jerusalem, bis ihr angetan werdet mit Kraft aus der Höhe!“ (Lk 24,49)
„Denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit Heiligem Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen.“ (Apg 1,5)
„Sondern ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet meine Zeugen sein.“ (Apg 1,8)
Fast alle Ausleger der Bibel sind sich einig, dass diese Verheißung, im Heiligen Geist getauft zu werden, am Pfingstsonntag erfüllt wurde.
„Und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist es ihnen auszusprechen gab.“ (Apg 2,4)
Es war am Auferstehungssonntag, als die Apostel den eingeatmeten Geist von Christus empfingen und so in die Erlösung und die neue Geburt eintraten. Doch erst am Pfingstsonntag, sieben Wochen später, wurden sie im Heiligen Geist getauft – oder mit Ihm erfüllt. Das zeigt, dass die Errettung oder die Neugeburt eine unterschiedliche und getrennte Erfahrung von der Taufe im Heiligen Geist ist, obwohl beides als „den Heiligen Geist empfangen“ beschrieben wird.
Später am Pfingstsonntag erklärte Petrus, dass es Christus war, der nach Seiner Himmelfahrt den Heiligen Geist auf die wartenden Jünger ausgegossen hatte.
„Nachdem er nun zur Rechten Gottes erhöht worden ist und die Verheißung des Heiligen Geistes empfangen hat von dem Vater, hat er dies ausgegossen, was ihr jetzt seht und hört.“ (Apg 2,33)
So können wir die Unterschiede zwischen den beiden Erfahrungen des Empfangens des Heiligen Geistes zusammenfassen.
Am Auferstehungssonntag war es der auferstandene Christus, der eingehauchte Geist, das Ergebnis: Leben.
Am Pfingstsonntag war es der auferstandene Christus, der ausgegossene Geist, das Ergebnis: Kraft.
GEBET
Vater Gott,
danke für das Leben und die Kraft, die ich von Dir als Dein Kind umsonst erhalten habe. Hilf mir, jeden Tag aus dieser Wirklichkeit zu leben.
Amen!