21. Mai: Zwei unterschiedliche Erfahrungen



Eine Reihe von Einwänden wird oft gegen unsere Schlussfolgerung erhoben, dass die Manifestation des Sprechens in Zungen der anerkannte neutestamentliche Beweis dafür ist, dass eine Person die Taufe im Heiligen Geist empfangen hat. Um der Klarheit und Gründlichkeit willen wollen wir daher einige der häufigsten Einwände betrachten.

Ein Standardeinwand lautet: „Jeder Christ hat den Heiligen Geist automatisch bei der Bekehrung empfangen und braucht daher keine weitere besondere Erfahrung oder einen anderen Beweis, um die Gewissheit zu haben, den Heiligen Geist empfangen zu haben.“

Viel Verwirrung und Kontroverse wird vermieden, wenn wir eine wichtige, biblische Tatsache feststellen: Das Neue Testament beschreibt zwei verschiedene Ereignisse, die beide als „Empfang des Heiligen Geistes“ beschrieben werden. Das bedeutet, dass es für einen Christen möglich ist, „den Heiligen Geist“ in der einen Verwendung der Formulierung empfangen zu haben, aber nicht in der anderen.

Eine einfache Möglichkeit, diese beiden Erfahrungen zu unterscheiden, besteht darin, die Ereignisse von zwei Sonntagen zu vergleichen, die in der Geschichte der christlichen Kirche jeweils einzigartig und wichtig sind. Der erste ist der Auferstehungssonntag; der zweite ist der Pfingstsonntag.

Am Auferstehungssonntag erschien Jesus den Aposteln in einer Gruppe zum ersten Mal nach Seiner Auferstehung.

[Er haucht] sie an und sprach zu ihnen: Empfangt Heiligen Geist!“ (Joh 20,22)

Das Anhauchen der Apostel durch Jesus passte zu den Worten, die es begleiteten: „Empfangt den Heiligen Geist“. Im Griechischen bedeutet das gleiche Wort pneuma sowohl „Geist“ als auch „Atem“. Die Worte Jesu könnten also folgendermaßen übersetzt werden: „Empfangt den heiligen Atem“. Außerdem weist die Zeitform des Imperativs empfange darauf hin, dass das Empfangen eine einzige, vollständige Erfahrung war, die stattfand, als Jesus das Wort aussprach. Es ist daher eine unbestreitbare, biblische Tatsache, dass die Apostel in diesem Moment tatsächlich den Heiligen Geist empfingen.

In dieser ersten Begegnung mit dem auferstandenen Christus gingen die Apostel von der alttestamentlichen Errettung zur neutestamentlichen Errettung über. Bis dahin hatten die Gläubigen des Alten Testaments im Glauben durch Prophezeiungen und Zeichen und Schatten auf eine Erlösungstat gewartet, die noch nicht stattgefunden hatte. Diejenigen, die in die neutestamentliche Erlösung eintreten, blicken dagegen auf ein einziges historisches Ereignis zurück: den Tod und die Auferstehung Christi. Ihre Errettung ist vollständig.

Es gibt zwei Voraussetzungen, um diese neutestamentliche Erlösung zu empfangen.

„Denn wenn du mit deinem Mund Jesus als den Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet.“ (Röm 10,9)

Die beiden Voraussetzungen sind, Jesus als Herrn anzuerkennen und an Ihn zu glauben, dass Gott Ihn von den Toten auferweckt hat. Vor dem Auferstehungssonntag hatten die Apostel Jesus bereits als Herrn bekannt. Aber nun glaubten sie zum ersten Mal auch, dass Gott Ihn von den Toten auferweckt hat. Damit war ihre Errettung vollendet.

Dies war der Punkt, an dem sie die Wiedergeburt erlebten. Der Heilige Geist, der ihnen von Jesus eingehaucht wurde, vermittelte ihnen eine völlig neue Art von Leben – ewiges Leben – das über Sünde und Satan, über Tod und Grab triumphiert hatte.

GEBET

Herr Jesus, 

wir danken Dir für den unfassbaren Reichtum Deines Heiligen Geistes, der auf uns, Deine Kinder kommt, wenn wir die Taufe im Heiligen Geist empfangen, und der uns so viel Kraft und wunderbare Gegenwart von Dir selbst schenkt. 

Amen!