13. Mai: Der Geist Gottes: Kraft für Leben und Gerechtigkeit



Gestern haben wir gesehen, dass es drei weitere Fakten über die Taufe gibt. Erstens, durch die wahre christliche Taufe werden wir in Christus selbst getauft – nicht in eine bestimmte Kirche oder Sekte oder Konfession. Zweitens: Die Wirkung der Taufe hängt vom persönlichen Glauben des Täuflings ab; sie geschieht durch den Glauben an das Wirken Gottes – einfacher gesagt: „durch den Glauben an das, was Gott tut.“ Ohne diesen Glauben hat die bloße Zeremonie der Taufe allein keinerlei Wirkung oder Gültigkeit.

Drittens: Der Gläubige, der aus dem Wassergrab der Taufe auferweckt wird, um in einem neuen Leben zu wandeln, tut das nicht in seiner eigenen Kraft, sondern in der Kraft von Gottes Herrlichkeit, derselben Kraft, die Jesus aus dem Grab auferweckt hat. Paulus offenbart, dass die Kraft, die Jesus aus dem Grab auferweckt hat, „die des Geistes der Heiligkeit“ war; das heißt, Gottes eigener Heiliger Geist (Röm. 1,4). So verpflichtet sich der Gläubige durch das Eintauchen in das Wasser der Taufe zu einem neuen Leben für Gott und für die Gerechtigkeit, das in völliger Abhängigkeit von der Kraft des Heiligen Geistes stehen soll.

Das stimmt überein mit dem, was Paulus in Römer 8,10 sagt.

„Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen.“

Es ist ein allgemeiner Grundsatz der pädagogischen Psychologie, dass Kinder sich an etwa 40 Prozent von dem erinnern, was sie hören; 60 Prozent von dem, was sie hören und sehen; 80 Prozent von dem, was sie hören, sehen und tun. Bei der Einführung der Verordnung der christlichen Taufe in die Gemeinschaft der Gläubigen hat Gott dieses Prinzip der Psychologie auf die Lehre des großen zentralen Ziels der Sühne Christi angewandt – dass wir, nachdem wir den Sünden gestorben sind, für die Gerechtigkeit leben können.

Nach dem neutestamentlichen Muster wird jedes Mal, wenn neue Gläubige in die Gemeinde aufgenommen werden, durch die Taufe ihre Identifikation mit Christus im Glauben zum Ausdruck gebracht – erstens in Seinem Tod und Begräbnis für die Sünde; zweitens in Seiner Auferstehung zu neuem Leben. Auf diese Weise hält die Taufe der ganzen Kirche den großen zentralen Zweck des Sühnopfers Christi vor Augen.

Daraus folgt, dass diese lebenswichtige Wahrheit über das Sühnopfer Christi in der christlichen Kirche niemals vollständig wiederhergestellt werden kann, bis nicht zuerst die wahre Methode und Bedeutung der christlichen Taufe wiederhergestellt sind. Die christliche Taufe muss für jeden einzelnen Gläubigen und für die Kirche als Ganzes wieder zu einer Wiederherstellung dieser doppelten Wahrheit werden: Tod und Begräbnis für die Sünde; Auferstehung und Leben zur Gerechtigkeit und zu Gott.

Um diese Studienwoche abzuschließen, lassen Sie mich kurz darauf hinweisen, dass die wahre christliche Taufe nicht diesen Zustand des Todes für die Sünde im Gläubigen hervorbringt, sondern sie ist vielmehr das äußere Siegel dafür, dass der Gläubige durch den Glauben bereits in diesen Zustand eingetreten ist. In den bereits zitierten Versen aus Römer 6 sagt Paulus deutlich, dass wir zuerst mit Christus der Sünde tot sind; danach werden wir in den Tod Christi hinein getauft.

In dieser Hinsicht ist die christliche Taufe parallel zur Taufe des Johannes. In der Taufe des Johannes bereute der Mensch zuerst seine Sünden und wurde danach in die Umkehr getauft. In der christlichen Taufe ist der Gläubige zuerst durch den Glauben mit Christus für die Sünde tot, und danach wird er in den Tod Christi getauft. In jedem Fall erzeugt der äußere Akt der Taufe nicht an sich den inneren geistlichen Zustand; vielmehr ist sie das Siegel und die Bestätigung, dass dieser innere Zustand bereits durch den Glauben im Herzen des Getauften erzeugt worden ist.

GEBET

Danke, Herr Jesus, 

dass ich mich durch die Taufe – meinen Abstieg in das Wassergrab – mit Deinem Tod identifizieren konnte, aber mich nun auch mit Deiner Auferstehung zum vollen Leben für Deine Gerechtigkeit identifizieren kann. Danke für Deinen Geist, der mich immer wieder zu diesem Leben in Gerechtigkeit befähigt. 

Amen!